



Schritte sammeln – mit Hund sein
Ein Herbsttag, der einfach gutgetan hat
Heute hatten wir spontan noch eine halbe Stunde Zeit und sind einfach nochmal los. Kein Ziel, einfach laufen.
Strahlende Herbstsonne, goldene Felder, das Laub raschelt und endlich sind die Maisfelder weg und damit auch die Gefahr, dass plötzlich ein Wildschwein oder - wie zuletzt - eine kleine Familie vor einem auf dem Feldweg auftauchen.
Freddy durfte heute wieder langen Freilauf genießen. Über Herbstwiesen und abgemähte Maisfelder und ich hab gemerkt, wie sehr sich das viele Training an der Schleppleine gelohnt hat.
Er achtet auf mich, bleibt in meiner Nähe, und wir genießen beide diesen Moment von Freiheit.
Bewegung, die verbindet
Ich versuche, jede freie Zeit zu nutzen, um in Bewegung zu kommen weil ich merke, wie gut es mir tut. Vor allem nach einem langen Schreib- Vormittag. Und Bewegung mit Hund ist irgendwie nochmal anders und wir genießen es sehr, die Schritte gemeinsam zu sammelm.
Kleine Zeitfenster, große Wirkung
Jetzt liegt Freddy zufrieden auf dem Sofa, eingerollt, müde, glücklich.
Ich sitze daneben mit meinem Kaffee, schreibe ein paar Zeilen fürs Buch – und wollte diesen Moment festhalten, weil er so alltäglich und gleichzeitig besonders ist.
Der Herbst schenkt Ruhe
Ich liebe den Herbst. Dieses Licht, das Laub, die Luft. Die Temperaturen, die Schals, das Gefühl, dass jetzt wieder alles etwas ruhiger wird.
Auch Freddy blüht auf. Im Sommer war er oft träge, aber jetzt dreht er seine Runden über die Stoppelfelder, macht Zoomies, rennt mit einer Energie, die einfach ansteckend ist.
Es sind solche Tage, die mir zeigen, dass Lebensfreude nicht laut sein muss.
Manchmal reicht ein Spaziergang, ein bisschen Sonne, ein Hund an deiner Seite – und das Wissen, dass du genau da bist, wo du hingehörst.
Exkurs: Warum Bewegung mit Hund glücklich macht
Wenn wir mit unserem Hund spazieren gehen, spielen oder einfach draußen unterwegs sind, passiert im Körper einiges.
Bewegung setzt gleich mehrere sogenannte „Glückshormone“ frei: vor allem Endorphine, Serotonin und Dopamin. Sie heben die Stimmung, senken Stress und fördern innere Ausgeglichenheit.
Gleichzeitig steigt durch die Nähe und Interaktion mit dem Hund der Spiegel des Bindungshormons Oxytocin. Dieses Hormon sorgt dafür, dass wir uns ruhig, sicher und verbunden fühlen – mit unserem Hund und auch mit uns selbst.
Studien zeigen, dass sich der Oxytocinspiegel bei Mensch und Hund gegenseitig erhöht, wenn sie gemeinsame Zeit verbringen – etwa beim Spazierengehen, beim Streicheln oder beim Blickkontakt.
Die Kombination aus Bewegung und Bindung wirkt dabei besonders stark: Sie entspannt, stärkt das Herz-Kreislauf-System und fördert Vertrauen und Wohlbefinden auf beiden Seiten.
Kurz gesagt: Wenn wir mit unserem Hund draußen unterwegs sind, profitiert nicht nur der Körper, sondern auch die Seele.
Wer von euch hat heute schon Schritte gesammelt? 😉
07. Oktober 2025

Zufriedenheit statt Perfektion
Ein Hund, viele Pläne – und eine Lektion fürs Leben
Wenn man sich einen Hund in die Familie holt, hat man Bilder im Kopf. Spaziergänge im Morgenlicht. Bergtouren mit treuem Begleiter. Vielleicht sogar den Traum vom Reitbegleithund.
Auch wir hatten diese Vorstellungen, als Freddy zu uns kam.
Freddy sollte mit an den Stall, neben dem Pferd laufen – Wind im Fell, Abenteuer im Herzen.
Doch dann kam dieser Moment: ein kurzer Stromschlag am Zaun, ein großer Schreck. Seitdem fühlt sich Freddy im Stall nicht richtig wohl.
Zu Beginn waren schon die Autofahrten Stress pur, sobald sie nur in die Richtung gingen. Mittlerweile hat sich vieles gebessert – wir überschreiben Schritt für Schritt die alten Verknüpfungen mit neuen, positiven Erlebnissen. Aber die Erinnerung sitzt tief.
Vielleicht wird er eines Tages wieder entspannt mitkommen und Braxi und mich begleiten. Vielleicht auch nicht. Und auch das ist völlig in Ordnung.
Wenn Pläne sich verändern
Eigentlich sollte Freddy auch mein Mann auf Bergtouren begleiten – ein Hund für lange Strecken, Höhenmeter und Gipfelblicke.
Doch schnell zeigte sich: So sehr er Bewegung liebt – stundenlanges Wandern mit Anstieg ist einfach nichts für ihn.
Tierärztlich ist er komplett durchgecheckt, alles bestens. Freddy ist einfach ein Hund, der lieber beobachtet, als hinterherzulaufen. Einer, der im Jetzt bleibt – ohne Druck, ohne Ziel.
Und genau das ist sein Geschenk.
Denn während er kein Gipfelstürmer ist, ist er ein Meister darin, da zu sein. Mit uns, mit unseren Kindern – ein treuer Begleiter durch und durch.
Vor allem für unseren jüngeren Sohn – ein Kind mit Autismus und ADHS –, den Freddy mit seiner ruhigen, beständigen Art erdet. Er hilft, ohne etwas zu tun. Durch reine Anwesenheit. Kein Job, aber seine Passion.
Er ist sanft mit den Katzen, freundlich zu jedem Menschen und einfach… Freddy. Kein perfekter Hund nach Plan, aber der perfekte Hund für uns.
Zufriedenheit beginnt da, wo Erwartungen enden
Freddy erinnert mich täglich daran, dass Lebensfreude nicht in Perfektion liegt, sondern im Annehmen.
Wir alle haben ein Bild davon, wie etwas sein sollte – und manchmal auch, wie wir selbst sein sollten: geduldiger, sportlicher, organisierter, erfolgreicher. Doch das Leben hat seinen eigenen Rhythmus.
Manchmal merke ich, wie ich selbst an mir vorbeilaufe, weil ich denke, ich müsse anders sein.
Und dann liegt Freddy da – ruhig, zufrieden, ganz im Moment.
Er erinnert mich daran, dass es reicht, einfach da zu sein.
Nicht perfekt, nicht produktiv, sondern präsent.
Vielleicht ist das die eigentliche Kunst: sich selbst und andere so anzunehmen, wie sie sind – mit allen Umwegen, Eigenheiten und Überraschungen.
Fragen zum Nachdenken 🐾
- Welche Ziele hattest du, als dein Hund in dein Leben kam?
- Was hat sich anders entwickelt, als du es geplant hattest?
- Und was hast du dadurch über dich selbst gelernt?
Fazit: Lebensfreude ist kein Ziel, sondern ein Zustand
Freddy hat uns gezeigt, dass man Glück nicht planen kann.
Dass die schönsten Momente oft dann entstehen, wenn wir aufhören, alles „richtig“ machen zu wollen.
Zufriedenheit statt Perfektion – vielleicht ist das der wahre Weg zur Lebensfreude.
